Väter auf neuen Wegen mit ihren Kindern

„Ich möchte diese Tage nutzen um einen neuen Anfang mit meinem Sohn hinzubekommen.“ Sagt Herr A. bei dem Vorbereitungstreffen des Projektes VäterArt. Kein anderer der zwanzig anderen Teilnehmer der Segeltour sprach das so deutlich aus, aber klar war, jeder Vater, jeder Sohn und jede Tochter freute sich auf gute Erlebnisse miteinander, die den Alltagsfrust hinter sich lassen würden. Das genau hatte der VSP mit diesem von Aktion Mensch geförderten Projekt im Sinn, um mit diesen guten Erlebnissen neue und tragfähige Beziehungen zwischen Vätern und ihren Kindern zu befördern. Am letzten Samstagnachmittag trafen wir uns alle am Kai in Wismar und suchten die „Jane“ , einen der fünf Traditionssegler vom Alten Hafen. Mit ihr sollte es über die Wismarer Bucht nach Timmendorfer Strand/ Poel gehen. Den Kindern und Jugendlichen zwischen 9 und 17 Jahren dieser Tour wurden drei Grundregeln nahe gebracht, die von Verantwortung füreinander, Respekt gegenüber anderen und der Natur handeln, dann sichteten wir schon die Jane.
Der Kapitän empfing uns freudig und verstaute auch unser großes Gepäck, das wir zum Zelten brauchten. Alle Kinder unter 10 Jahren bekamen eine Schwimmweste und nahmen das Deck der „Jane“ in Augenschein. Schon bald eröffnete uns der Schiffsführer, dass auf der Ostsee kaum ein Lüftchen wehen würde und wir fuhren unter Maschine bis zur Vogelinsel. Bei wunderbarem Sonnenschein regten die Veranstalter die Väter an, über ihre guten Erlebnisse mit ihrem eigenen Vater nachzudenken. Dann versuchte die Schiffsmannschaft doch noch Segel zu setzen. Ein paar Wenden und wir legten am Timmendorfer Hafen an.
Nachdem wir unsern Platz auf dem Zeltplatz gefunden hatten, konnten wir den Sonnenuntergang am Strand zusammen mit Grill, Volleyball und Gesprächen genießen. Am späteren Abend unterhielten sich die Väter über ihren guten und weniger guten Erfahrungen mit ihren Vätern. Auch über die heutzutage eher schwierige Rolle von Vätern und Eltern gegenüber den Konsumwünschen und Freiheiten der Kinder tauschten sich die Männer aus: Sind wir es nicht selbst zu oft, die die Kinder zu wenig anregen und herausfordern? Mit anderen Vätern gute und weniger gute Beispiele zu wälzen wurde jedenfalls als bereichernd empfunden. (Natürlich zogen während unserer Unterhaltung die Jugendlichen dieser Tour noch einmal um die „Häuser“- kamen aber zur verabredeten Zeit wieder.)
Am nächsten Morgen ging es nach einem gemeinsamen Frühstück wieder an den Timmendorfer Strand und ans Volleyballnetz. Mit akrobatischen Übungen fanden ein Teil Väter und Kinder ihre Balance heraus, was wunderbar anzuschauen war. Am frühen Nachmittag war dann die Zeit gekommen, die Zelte abzubauen und mit dem Gepäck zum Bus zu laufen. Erschöpft und herzlich verabschiedeten sich die großen und kleinen Leute am Wismarer Busbahnhof nicht ohne das Versprechen, sich wieder sehen zu wollen... Sollte es so sein, dass Väter doch ihre ganz eigene SpielArt suchen, ihren Söhnen und Töchtern etwas wertvolles zu geben? Wir werden als VSP jedenfalls weiterhin VäterArt –Projekte anbieten und hoffen, sie finden so viel Anklang wie dieses.
Thomas Littwin

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