Seit Ende der Neunziger Jahre realisiert der VSP einen zweiten, eher präventiv ausgerichteten und in noch stärkerem Maße auf das Gemeinwesen bezogenen Arbeitsbereich, der über die Einzelfallorientierung der Hilfen zur Erziehung hinausgreift, nämlich die offene und vernetzende Jugendarbeit. Welche Ideen beim Aufbau dieses Projekts für uns handlungsleitend waren und welche Angebote der VSP realisieren wird, soll auf den folgenden Seiten erstmals zusammenhängend dargestellt werden.
Die Grundidee
Mit dem speziellen Ansatz der offenen Jugendarbeit, wie der VSP ihn realisiert, wird wiederum ein innovativer Grundgedanken verfolgt, nämlich der Gedanke der Integration und Vernetzung: Der VSP verknüpft nämlich konzeptionell und räumlich die offene Jugendarbeit mit der Schulsozialarbeit und den Hilfen zur Erziehung und setzt von vornherein auf institutionelle Vernetzung im Sozialraum. Der VSP wird die Angebote der offenen Jugendarbeit durchgängig in Kooperation mit anderen Organisationen, wie Schulen, Vereinen und anderen freien Trägern oder Initiativen durchführen und vorrangig solche Angebote realisieren, die zu einer entsprechenden Kooperation einladen.
Durch diesen auf Kooperation und Vernetzung abstellenden Ansatz umgeht der VSP eine spezifische Schwierigkeit “traditioneller” Konzepte offener Jugendarbeit, denen stets die Tendenz innewohnt, “problembehaftete” Jugendliche auszugrenzen und sie auf die einzelfallorientierten Hilfen zur Erziehung zu verweisen.
Gleichwohl versucht der VSP mit seiner offenen Jugendarbeit eine andere Zielgruppe zu erreichen, nämlich Jugendliche aus der Nachbarschaft und den benachbarten Schulen, die sich nicht durch besonderen Hilfebedarf auszeichnen, wohl aber Unterstützung bei der Gestaltung ihrer Freizeit wünschen und Anregungen zur sozialen Entwicklung benötigen.
Die offene Jugendarbeit mit den Hilfen zur Erziehung zu verknüpfen, ist inhaltlich aus mehreren Gründen naheliegend: Für die Hilfen zur Erziehung ist diese Verknüpfung von Vorteil, weil sie dadurch noch “eingriffsflacher”, d.h. lebensweltnäher, gestaltet werden können, die Integration im“normalen” Lebensumfeld gestärkt anstatt künstlich abgebrochen wird. Dies ist für den nachhaltigen Erfolg von sozialpädagogischer Unterstützung hilfreich.
Doch nicht nur für die Klienten der Hilfen zur Erziehung ist die Verknüpfung erfolgversprechend. Auch für die sonstigen Adressaten der offenen Jugendarbeit, alle Jugendlichen aus der Nachbarschaft, ist sie gewinnträchtig, denn auf diese Weise erhalten sie im Vorfeld aufkeimender Schwierigkeiten niedrigschwellig Zugang zu besonders geschulten und qualifizierten Professionellen, die ihnen mit individueller Hilfestellung, Rat und Unterstützung zur Verfügung stehen.
Neben der Kooperation im Stadtteil und der Zusammenarbeit mit den umgebenden Schulen nimmt der VSP einen weiteren konzeptionellen Schwerpunkt ins Blickfeld, nämlich mädchenspezifische Angebote. Dies ist notwendig und erwünscht, da verschiedene Untersuchungen zeigen, daß ohne eine spezifische Ausrichtung auf die Zielgruppe Mädchen, diese in offenen Angeboten von männlichen Jugendlichen in eine Aussenseiterposition gedrängt werden. Wir sind dabei der Überzeugung, daß sowohl mädchenspezifische Angebote vorgehalten werden sollen, als auch andere Angebote an festen Tagen allein Mädchen vorbehalten bleiben sollen.
Fassen wir zusammen, Integration von Hilfen zur Erziehung mit offenen Angeboten, Vernetzung im Stadtteil, institutionalisierte Kooperation mit Schulen des Umfelds und spezifische Hinwendung auf die Zielgruppe “Mädchen” bilden die konzeptionellen Grundpfeiler für die offene Jugendarbeit des VSP.
Die Angebotspalette umfasst unter anderem:
- Jugendcafé
- Internet-Club
- Kurse in Boxen, Tanzen, darstellendes Spiel
- Werkstätten
- Erlebnispädagogisch ausgerichtete Angebote
- Sonstige Projekte wie Straßenfeste, Wochenendfreizeiten oder Ferienfahrten