
Jugendamt meldet große Einsparungen
Auszug aus NORDKURIER / DEMMINER ZEITUNG
Donnerstag, 19. Oktober 2006
ZWISCHENBILANZ - Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die in Heimen untergebracht werden, ist gesunken.
von STEFAN HOEFT, Demmin
Erfreuliche Nachrichten für die Kassenwärter des Landkreises kommen aus einer eher ungewohnten Ecke – dem Jugendamt. Nachdem die Abteilung in der Vergangenheit meist einen Mehrbedarf bei so genannten Einzelfallhilfen anmelden und dafür teils herbe Kritik und Unverständnis einstecken musste, ist diesmal von rund einer halben Million Euro Einsparungen die Rede. So jedenfalls sieht es der jüngst vom Kreistag beschlossene Nachtrag zum Haushalt 2006 vor.
Grund ist die Entwicklung bei den Fallzahlen jener Kinder und Jugendlichen, die in Heimen oder sonstigen betreuten Wohnformen unterzubringen sind. Da waren die Planer von durchschnittlich 95 ausgegangen. Das Rechnungsergebnis des Vorjahres und die Tendenz bis zum Juni zeigten jedoch, dass bei dieser Unterbringungsform ein erheblicher Rückgang zu verzeichnen ist, verdeutlichte Landrat Frieder Jelen (CDU) vor dem Kreistag. „Im Durchschnitt wurden im Zeitraum von Januar bis Mai diesen Jahres cirka 84 Kinder und Jugendliche in Heimen oder sonstiger betreuter Wohnform untergebracht.“ Dies sei hauptsächlich Bemühungen zu verdanken, betroffene Kinder und Jugendliche eher in Pflegefamilien anstatt gleich im Heim unterzubringen. Und das birgt erhebliche Einsparmöglichkeiten.
Der neuen Hochrechnung gefährlich werden könnten lediglich erhebliche, nicht vorhersehbare Veränderungen in den nächsten Monaten, heißt es im Haushaltsbericht. Dazu zählten der Zuzug von Familien mit mehreren Kindern und Jugendlichen, die bereits Hilfen zur Erziehung in bestimmter Form erhalten. Zuständigkeitswechsel, gesetzliche Änderungen oder auch gerichtliche Verfahren, in den eine Heimunterbringung beziehungsweise ‚Ähnliches angeordnet wird. Nach gegenwärtigem Kenntnisstand geht die Verwaltung allerdings davon aus, das sich eventuelle Abweichungen noch innerhalb des Etats des Jugendamtes decken lassen.
„Das Jugendamt, das muss man hier mal sagen, hat eine sehr gute Arbeit geleistet“, lobte Cord Bollenbach (CDU) die entsprechende Fachabteilung. Dort werde nun „erkennbar eine andere Tendenz gesetzt“. Leider gingen diese Bemühungen wegen des hohen Defizites im Gesamthaushalt so gut wie unter.